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Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 04.09.2015

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Jesus lehrt uns das genaue Maß der Vergebung, die wir praktizieren sollen.

Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Matthäus 6,12

So wie du mir die Schuld vergibst,
so will auch ich vergeben.
Hab` Dank dafür, dass du mich liebst -
mimm hin mein ganzes Leben!

Frage: Und wie verhält es sich mit dem Nachtragen?

Vorschlag: Nachfolger Jesu sollen vergeben, wie er selbst es uns gelehrt hat. In Matthäus 18,22 lehrt uns der Herr: Wir sollen siebzigmal siebenmal - das heißt: immer wieder - vergeben. Seien wir doch gehorsame Christen, und der Segen Gottes ruht auf uns! Hier ist kein Raum für Nachtragen. Gott hat uns die Schuld ja auch vergeben und denkt nicht mehr daran. (Jeremia 31,34)

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Heute "Hosianna" und morgen "kreuzige ihn"



Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Matthäus 21, 9


Alle Evangelien berichten von dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, bei der das Volk in begeisterte Lobeshymnen ausbrach. Verschiedene Evangelien berichten von Palmen- und grünen Zweigen die getragen und gestreut wurden und dass das Volk seine Kleider vor ihm auf dem Weg ausbreitete.

Allerdings wird wenig später berichtet, dass das Volk, schon wenige Tage danach, „kreuzige ihn“ skandierte, und ausrief „sein Blut komme über uns und über unsere Kinder“, was in den danach folgenden Zeiten auf schreckliche Weise Wirklichkeit wurde.

„Heute Hosianna und morgen kreuzige ihn“, ist fast sprichwörtlich geworden und wenn man manches Politikerschicksal bedenkt, bestätigt sich das immer wieder. Wehe dem, der Erwartungen weckt und diese dann nicht erfüllt!

Trifft das auch auf Jesus zu? Jesus selbst hatte nie politische Erwartungen geweckt. Allerdings hatten Teile des Volkes entsprechende Erwartungen auf IHN projiziert.

Auch wenn sich Jesus, um Missverständnissen vorzubeugen, selbst nie als „Messias“ bezeichnete, erwartete man doch einen Messias, als Volkshelden, der die Römer in die Flucht schlug und Israel wieder zu altem Glanz verhalf.

Ein, auf einem Esel reitender „Menschensohn“, der von sich sagte, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, weil er etwas viel Besseres zu bieten hat, entsprach nicht dem Bild, das man von einem „Befreier“ hatte. Das könnte den Sinneswandel des Volkes erklären.

Diese Geschichte macht neuerlich die Wankelmütigkeit der Menschen deutlich. Etwas, worauf das Wort Gottes ständig hinweist, wenn zum Beispiel geschrieben steht, dass wir uns nicht auf Menschen verlassen sollen.

Und das bezieht sich nicht nur auf Politiker, sondern gilt für jeden, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, und auch wir verhalten uns anderen gegenüber ganz genauso, wenn sie unsere Erwartungen nicht erfüllen.

Allein Gott ist treu. Deshalb können wir nur dann innere Stärke gewinnen, wenn wir uns fest zu IHM und an IHN halten und unser Vertrauen ganz auf IHN setzen.

Das bewahrt uns vor Enttäuschungen und macht uns toleranter gegenüber unseren Mitmenschen, weil wir wissen, dass diese unsere Erwartungen gar nie erfüllen können, weil uns bewusst ist, dass alle ihre Grenzen haben und alle nur mit Wasser kochen.

All unsere Hoffnung sollen wir deshalb auf Christus setzen, der beim nächsten Mal nicht mehr auf einem Esel reitend, sondern auf einem weißen Pferd, als dem Zeichen des siegreichen Feldherrn, kommen wird, wie es in der Offenbarung bildhaft beschrieben ist.

Dann wird das Reich Gottes sichtbar, das alles das unendlich übersteigt, was von vergänglichen Menschen geschaffene Staatsformen, mitsamt ihren noch so genialen Führern, je erreichen können.

Und das ist unsere Hoffnung, aus der unsere Stärke erwächst.




Dein Zion streut Dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will Dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll Dir grünen
in stetem Lob und Preis
und Deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.

Ich lag in schweren Banden,
du kamst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.

Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häufet mehr und mehr.
Seid unverzagt, ihr habet
die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.

Was fragt ihr nach dem Schreien
der Feind und ihrer Tück?
Der Herr wird sie zerstreuen
in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König,
dem alle Macht und List
der Feinde viel zu wenig
zum Widerstande ist.

Er kommt zum Weltgerichte,
zum Fluch dem, der ihm flucht,
mit Gnad und süßem Lichte
dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne,
und hol uns allzumal
zum ewgen Licht und Wonne
in deinen Freudensaal.


(Lied ' Wie soll ich Dich empfangen ', Paul Gerhardt 1607 - 1676 )




  Copyright und Autor: Jörgen Bauer
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