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Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 22.11.2014

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Gott  kennt ja unseren Weg. Aber es ist auch gut, wenn wir unsere Wege ihm ganz bewusst anbefehlen.Das ist ein Beweis unseres Vertrauens in ihn.

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohlmachen.

Psalm 37,5

Befiehl dem Herrn deine Werke,
so wird gelingen dein Tun.
Verlass dich auf Gottes Stärke,
dann kannst du stets sicher ruhn.

Frage: Gott kennt ja sowieso schon alles. Muss ich mich ihm trotzdem noch besonders anbefehlen?

Vorschlag: Es ruht ein großer Segen darauf, wenn man Gott seine persönlichen Wege und Werke immer wieder anbefiehlt. Indem man dies tut, gibt man zu verstehen, dass unser Leben von ihm abhängt und dass man an ihn glaubt und von ihm gesegnet werden möchte.

Bisherige Andachten (Andachten-Archiv)

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Klare Worte



Und sie legten das Buch des Gesetzes Gottes klar und verständlich aus, so dass man verstand, was gelesen worden war.

Nehemia 8,8

Was für eine schöne Aussage! So würde man sich das immer wünschen, dass das Wort Gottes klar und verständlich gesagt wird, so dass jeder genau weiß, was gemeint ist und wie er selbst dran ist. Aber wie selten ist es doch, dass ganz klar gesagt wird, was Sache ist.

Das war offensichtlich auch in früheren Zeiten noch nie anders, was wohl ein Grund dafür ist, dass dies hier besonders herausgestrichen wird. Woran liegt es nun, dass Gottes Wort, seine Gebote und das, was ER will, nicht klar gesagt wird?

Die Gründe hierfür sind vielfältig und seit alters her dieselben geblieben. Es kann daran liegen, dass man sich an den Erwartungen der Hörer bzw. an dem orientiert, von dem man meint, dass es die Hörer "hören wollen" bzw. diesen "zumuten kann". In diesem Fall wird man die Botschaft dann entsprechend "hinbiegen" und "anpassen".

Es kann auch daran liegen, dass die Dinge zwar klar gesagt werden, aber nur für den verstehbar sind, der die Zusammenhänge kennt. Der unbedarfte Hörer wird dann das "hören", was er "hören möchte" bzw. seinen eigenen Vorstellungen entgegenkommt. Hier muss dann für jeden verständlich von Gott geredet werden.

Es gehört schon was dazu, das Wort Gottes so klar und deutlich zu sagen, dass ganz genau verstanden wird, was gemeint ist. An einer solchen klaren Auslegung werden sich dann die Geister scheiden, und viele werden dann nicht mehr kommen oder auch protestieren, weil sie nicht auf Gottes Wort hören wollen, und vor dieser Konsequenz fürchtet sich mancher, weshalb es sich lieber etwas vieldeutig ausdrückt, insbesondere wenn er selbst nicht ganz von dem überzeugt ist, was er zu verkünden hat.

Die aber das Wort unverfälscht hören wollen, werden zahlreicher und deshalb kann man bis heute beobachten, dass in die Gemeinden, wo klar gesagt wird, was Sache ist, die meisten Hörer kommen, und erst letztens war ich in einer Gemeinde, wo sonntags die Stühle nicht ausreichen und ständig Platz geschaffen werden muss, damit alle Besucher unterkommem.

Es ist so, dass jeder, der aufrichtig und ehrlich zu sich selbst ist und nichts verdrängt, im Grunde seines Herzens genau spürt, dass das, was da als Wort Gottes verkündet wird, bei aller menschlichen Unzulänglichkeit der Verkünder, die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist.

Auch ein Grund dafür, dass wir nicht befürchten müssen, dass Gottes zeitlos gültiges Wort "untergeht". Es bricht sich immer wieder Bahn, auch ohne unser Zutun, und deshalb wird es auch einmal keine Entschuldigung für die geben, die sich nicht einladen und retten lassen wollten.

Man wird jetzt sagen können, dass damals, als Nehemia wirkte, die Situation eine andere war, als sie heute ist. Das ist schon richtig. Die Situation war aber nicht etwas deshalb anders, weil die Menschen damals "rückständig" waren, sondern weil die Juden, zu denen damals gepredigt wurde, die Katastrophe der babylonischen Gefangenschaft hinter sich hatten, aus der sie geläutert zurückkamen .

Weil sie Gott auf vielerlei Art untreu wurden, ihre eigenen Wege gingen, auf falsche Propheten hörten, die dem Volk nach dem Munde redeten (heute nicht anders!) und die verachteten und verfolgten, die Gottes Wort klar und deutlich sagten (auch heute nicht anders!) und sich einfach nicht warnen lassen wollten, brach das Gericht Gottes über sie herein.

Hier ist, insbesondere auch im Hinblick "auf dieses unser Land und diese unsere Zeit", in der es manches gibt, was das Gericht Gottes bereits in sich trägt, zu fragen, ob es unbedingt immer erst zu Katastrophen kommen muss, bevor man zur Besinnung kommt.




Herr, für dein Wort sei hoch gepreist;
laß uns dabei verbleiben
und gib uns deinen Heilgen Geist,
daß wir dem Worte glauben,
dasselb annehmen jederzeit
mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud
als Gottes, nicht der Menschen.

Öffn uns die Ohren und das Herz,
daß wir das Wort recht fassen,
in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz
es aus der Acht nicht lassen;
daß wir nicht Hörer nur allein
des Wortes, sondern Täter sein,
Frucht hundertfältig bringen.

Dein Wort, o Herr, laß allweg sein
die Leuchte unsern Füßen;
erhalt es bei uns klar und rein;
hilf, daß wir draus genießen
Kraft, Rat und Trost in aller Not,
daß wir im Leben und im Tod
beständig darauf trauen.

Gott Vater, laß zu deiner Ehr
dein Wort sich weit ausbreiten.
Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr
erleuchten mög und leiten.
O Heilger Geist, dein göttlich Wort
laß in uns wirken fort und fort
Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung.


(Lied 'Herr, für dein Wort sei hoch gepreist',
Autor: David Denicke, 1659)




  Copyright und Autor: Jörgen Bauer
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