Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 17.12.2017
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Gedanken zum Reformationstag

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Gedanken zum Reformationstag



Denn wenn der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere aber: Ich zu Apollos -, ist das nicht nach Menschenweise geredet? Wer ist nun Apollos? Wer ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat.

1 Kor 3, Verse 4. 5


Ob Martin Luther die Bezeichnung "Lutherische Kirche" gefallen hätte? Ich glaube es nicht!

Luther wollte weder eine Kirchenspaltung noch eine neue Kirche gründen. Ihm ging es einzig und allein darum, die Kirche wieder auf das Eigentliche und Ursprüngliche, nämlich das unverfälschte Evangelium von Jesus Christus zurückzuführen und damit von allem Ballast, der sich im Laufe der Kirchengeschichte angesammelt hatte, zu befreien.

Das war damals ein lebensgefährliches Unterfangen. Und Martin Luther war nicht der Erste und Einzige, der merkte, dass die Kirche völlig entgleist und vom Weg abgekommen war.

Gott hat es gefügt, dass Luther in einer Zeit lebte, die reif für eine Reformation war, und Gott stellte ihm zahlreiche Mitstreiter, Förderer und Beschützer an die Seite. Andernfalls hätte er vermutlich, so wie viele andere Reformatoren, ein schlimmes Ende genommen.

Im unverfälschten Evangelium geht es um vier Kernsätze, wobei ich folgende Reihenfolge gewählt habe:

Allein Jesus Christus: Allein maßgeblich ist, was er uns gelehrt und was er für uns getan hat.

Allein die Schrift: Maßgeblich ist nur das, was in der Bibel geschrieben steht.

Allein der Glaube: Nur der Glaube rettet uns, nicht eigene Werke.

Allein aus Gnade: Wir werden ohne eigenen Verdienst gerecht gesprochen.

Also nicht Jesus Christus und die Kirche, die Heiligen, die Tradition, fromme Leistungen usw. Wir haben im Gebet jederzeit Zutritt zu Gott und brauchen dazu weder Priester noch sonstige Mittler, weil Jesus Christus selbst unser Mittler ist, der uns vor Gott vertritt, weil er für uns das vollbracht hat, wozu wir nie in der Lage wären.

Wir müssen uns dazu immer wieder klar machen dass wir als geborene Sünder und Rebellen gegen Gott unter dem Zorn Gottes stehen und Jesus Christus durch sein Leiden und Sterben den Zorn Gottes von uns abgewendet hat.

Und dazu können wir selbst nicht das Geringste beitragen, sondern uns nur der Liebe und Gnade Gottes anbefehlen. Wenn es einen Grund zum Staunen gibt, dann ist das die übergroße Liebe und Güte Gottes uns Menschen gegenüber. Und hier ist nur unser Glaube gefordert, mit dem wir in die uns zur Versöhnung entgegengestreckte Hand Gottes einschlagen.

2017 jährt sich zum 500sten Mal der Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geheftet hat, was als Beginn der Reformation gilt.

Luther wurde in diesem Jahr kräftig vermarktet und - wie nicht anders zu erwarten - von Leuten "die es besser wissen", auch kritisiert, wobei ihm manches unterstellt wurde. Aber Martin Luther war sich selbst darüber im Klaren, dass er auch nur ein Sünder und unvollkommener Mensch ist, und nach seinen Worten "ein Bettler war, der mit leeren Händen vor Gott steht".

Viel besser wäre es allerdings, wenn man sich neuerlich auf das besinnen würde, was Martin Luther durch die Reformation zu Tage gefördert hat.




Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort
und steure deiner Feinde Mord,
die Jesus Christus, deinen Sohn,
wollen stürzen von deinem Thron.

Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ,
der du Herr aller Herren bist,
beschirm dein arme Christenheit,
dass sie dich lob in Ewigkeit.

Gott Heilger Geist, du Tröster wert,
gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd,
steh bei uns in der letzten Not,
g´leit uns ins Leben aus dem Tod.


(Lied ' Im Advent ', Martin Luther (1483 - 1546) )




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