Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 15.10.2019
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Und wenn der reiche Jüngling anders entschieden hätte?

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Und wenn der reiche Jüngling anders entschieden hätte?



Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib´s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.

Matthäus 19, 21. 22


Alle kennen wir die Geschichte vom reichen Jüngling, der sich von seinem Reichtum nicht lösen konnte. Aber was wäre passiert, wenn er tatsächlich den Worten Jesu gefolgt wäre?

In unseren Tagen wäre ihm das nicht unbedingt positiv ausgelegt worden, wie nachstehender Beitrag aus dem Newsletter der Stuttgarter Nachrichten vom 03.12.2015 zeigt:

"Im Zeitalter der Superspender lässt sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nicht lumpen. Der Sohn eines Zahnarztes und einer Psychotherapeutin hat angekündigt, 99 Prozent seiner Aktienanteile an dem Internetkonzern (derzeit umgerechnet 42,5 Milliarden Euro) für wohltätige Zwecke zu spenden. Wieso tut er das?, fragt mein Kollege Markus Brauer im Leitartikel. Aus Menschenfreundlichkeit? Berechnung? Ruhmsucht?"

Ich konnte nicht umhin hierauf sofort wieder wie folgt zu antworten:

"Es ist schlimm um uns bestellt, wenn ein großzügiger Superspender sofort wieder unlauterer Motive verdächtigt wird. Egal ob geizig oder großzügig, verdächtig ist man immer. Der Milliardär Rockefeller sammelte Million um Million, wurde dabei unglücklich und krank. Erst als er zum Glauben an Jesus Christus kam und erkannte, wie sinnlos sein Raffen nach Geld ist und dass es noch viel mehr gibt als irdischen Reichtum, nämlich das ewige Leben in der Herrlichkeit Gottes und er daraufhin seinen Reichtum verteilte – und damit etwas fertigbrachte was dem reichen Jüngling in Matthäus 19, 16 ff. nicht gelang – wurde er ein zufriedener und glücklicher Mensch. Einen Spender sofort wieder eigennütziger Motive zu verdächtigen ist typisch für den gottfernen Weltmenschen."

Ja, es ist sehr schlimm, wenn man nicht mehr anders kann als nur noch in eigensüchtigen, materiellen Kategorien zu denken.

Berechnung und Ruhmsucht wären in der Tat keine ehrenwerten und vor allem keine christlichen Motive und die Ruhmsucht müsste schon krankhaft übersteigert sein, wenn sie dazu führte, dass jemand 99% seiner milliardenschweren Aktienanteile spendet.

Bei Mark Zuckberg war es die Freude über die Geburt einer gesunden Tochter, die zu seinem Entschluss führte.

Egal, wie dem auch sei. Selbst wenn die Eitelkeit eine Rolle spielen sollte - er könnte ja auch heimlich alles spenden, was bei solchen Summen allerdings nicht geheim bliebe – wäre es trotzdem eine gute Sache, wobei anzunehmen ist, dass ihm noch genügend zum Leben übrig bleibt.

Ein viel größeres Geschenk als es die Spende von Milliardenbeträgen anlässlich der Geburt einer Tochter jemals sein kann, hat uns Gott durch die Geburt seines Sohnes bereitet, durch den der Weg zurück zu Gott in das ewige Leben frei wurde.

Wir erwarten die neuerliche Ankunft Jesu Christi und wollen dazu den immer gleichen Spruch zum 2. Advent bedenken:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung nahnt (Lukas 21, 28).

Unlauterer Motive verdächtigt zu werden soll uns deshalb nicht vom Spenden abhalten.




Wir warten dein, o Gottessohn,
und lieben dein Erscheinen.
Wir wissen dich auf deinem Thron
und nennen uns die Deinen.
Wer an dich glaubt,
erhebt sein Haupt
und siehet dir entgegen;
du kommst uns ja zum Segen.

Wir warten deiner mit Geduld
in unsern Leidenstagen;
wir trösten uns, dass du die Schuld
am Kreuz hast abgetragen;
so wollen wir
nun gern mit dir
uns auch zum Kreuz bequemen,
bis du es weg wirst nehmen.

Wir warten dein; du hast uns ja
das Herz schon hingenommen.
Du bist uns zwar im Geiste nah,
doch wirst du sichtbar kommen.
Da willst uns du
bei dir auch Ruh,
bei dir auch Freude geben,
bei dir ein herrlich Leben.

Wir warten dein, du kommst gewiss,
die Zeit ist bald vergangen;
wir freuen uns schon überdies
mit kindlichem Verlangen.
Was wird geschehn,
wenn wir dich sehn,
wenn du uns heim wirst bringen,
wenn wir dir ewig singen!


(Lied ' Wir warten dein, o Gottessohn ', Philipp Friedrich Hiller (1699 - 1769) )




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