Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 17.07.2019
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Alles aus Gottes Hand nehmen

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Alles aus Gottes Hand nehmen



Am guten Tag, sei guter Dinge, und am bösen Tag bedenke: Diesen hat Gott geschaffen wie jenen, damit der Mensch nicht wisse, was künftig ist.

Prediger 7, 14


Der Glaube und das Christsein bewahren nicht vor den Wechselfällen des Lebens. Der Christ hat, ebenso wie der Weltmensch, beglückende Tage, als auch Tage an denen alles danebengeht und das manchmal mit nachhaltiger Wirkung.

Und man weiß in der Tat nicht, was als nächstes kommt. Wenden sich die Dinge zum Guten, bleibt alles so, wie es ist oder wird es schlechter? Wir können aus einem guten Tag ebenso wenig, wie aus einem schlechten, auf die Zukunft schließen.

Alle Menschen erleben solche Hochs und Tiefs und wissen nicht was als nächstes kommt, und da stellt sich die Frage, worin denn dann der Unterschied zwischen den Christen und den Weltmenschen besteht. Haben es die Christen etwa besser, als die anderen Menschen?

Die Antwort kam mir, als ich vor einigen Tagen ein Buch mit dem Titel "Wie sich das Leben entwickelte" - es geht dabei um die Evolution - in die Hand nahm und etwas darin las.

Ich halte zwar schon lange nichts mehr von der Evolutionstheorie, habe aber noch solche Bücher.

Beim Lesen spürte ich auf einmal ganz deutlich den Geist, der aus solchen Büchern spricht. Den Geist, der mich früher, als ich noch kein Christ war, auch fest im Griff hatte, und da spürte ich plötzlich die innere Leere, von früher, den dieser Geist bewirkt, in dem er den Menschen auf seinen begrenzten Verstand zurückwirft und damit einsam macht.

Da wird dann alles zum Zufall - und damit letztlich sinnlos - da ist es nur eine Frage der Zeit, bis man angeblich alles weiß. Aber was ist dann? Denn da gibt es kein Ziel, weil der Weg das Ziel ist, und der heißt, von einem "Fortschritt" zum nächsten jagen, immer schneller und immer ruheloser, wobei niemand sagen kann, für was das eigentlich gut sein soll.

Bei einer solchen Lebenseinstellung, können Glückstage vorübergehend zur einer Entspannung und zu Wohlbefinden führen, während ein Unglückstag einen tiefen Absturz bewirkt, der das Leben doppelt sinnlos erscheinen lässt.

Und hier kommt der Unterschied zum Christen, der durch seinen Glauben ein festes Fundament hat, das solche Stöße abfedert und wo Glückstage dankbar gegen Gott werden lassen. Aber nicht nur Glückstage, sondern auch all die anderen Tage, die man aus Gottes Hand nehmen darf. Und Dankbarkeit macht innerlich reich.

Wer im Glauben und in der Verbindung mit Gott lebt, ist nicht heimatlos.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche, der Gott leugnete, hat diese Heimatlosigkeit sehr schmerzlich erlebt und hat das auch dichterisch verarbeitet:

Die Krähen schrei´n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei´n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du, Narr,
Vor Winters in die Welt – entflohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg´, Vogel, schnarr´
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
Versteck´ du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei´n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei´n –
Weh dem, der keine Heimat hat!

Und all die klugen Philosophen und Ideologen, die Gott leugneten, haben das ganz ähnlich erfahren. Und deshalb ist der Evolutionsglaube, wie er heute noch gelehrt wird, ein Mord an den Seelen der jungen Menschen, und die Folgen sind überall zu sehen.

Deshalb können wir Gott unendlich dankbar sein, dass ER uns für den Glauben zubereitet und uns den Glauben geschenkt hat. Ich danke Gott jeden Morgen, dass ER mir Herz, Sinne und Verstand für Seine Wahrheit und Wirklichkeit aufgetan hat, so dass ich Sein Wirken in den Werken der Schöpfung und die Wahrheit des Evangeliums erkennen kann, was mich allezeit stärkt, kräftigt, tröstet und gewiss macht.

Deshalb wollen wir uns alle Tage unseres Leben zu Gott und zur Gemeinschaft der Heiligen, Seiner Gemeinde, halten. Und dabei keinesfalls versäumen, uns anvertrauten jungen Menschen die Wahrheit und Wirklichkeit Gottes zu bezeugen.




Bei dir, Jesu, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft.

Könnt ich´s irgend besser haben
als bei dir, der allezeit
soviel tausend Gnadengaben
für mich Armen hat bereit?
Könnt ich je getroster werden
als bei dir, Herr Jesu Christ,
dem im Himmel und auf Erden
alle Macht gegeben ist?

Wo ist solch ein Herr zu finden,
der, was Jesus tat, mir tut,
mich erkauft von Tod und Sünden
mit dem eignen teuren Blut?
Sollt ich dem nicht angehören,
der sein Leben für mich gab?
Sollt ich ihm nicht Treue schwören,
Treue bis in Tod und Grab?

Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich
so in Freude wie in Leid;
bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit.
Deines Winks bin ich gewärtig,
auch des Rufs aus dieser Welt;
denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.

Bleib mir nah auf dieser Erden,
bleib auch, wenn mein Tag sich neigt,
wenn es nun will Abend werden
und die Nacht herniedersteigt.
Lege segnend dann die Hände
mir aufs müde, schwache Haupt;
sprich: ´Mein Kind, hier geht´s zu Ende;
aber dort lebt, wer hier glaubt.´

Bleib mir dann zur Seite stehen,
graut mir vor dem kalten Tod
als dem kühlen, scharfen Wehen
vor dem Himmelsmorgenrot.
Wird mein Auge dunkler, trüber,
dann erleuchte meinen Geist,
dass ich fröhlich zieh hinüber,
wie man nach der Heimat reist.


(Lied ' Bei dir, Jesu, will ich bleiben ', Karl Johann Philipp Spitta (1801 – 1859) )




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