Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 02.06.2020
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Götzenglaube in stets neuer Verpackung

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Götzenglaube in stets neuer Verpackung



Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

Denn wenn er spricht, so geschieht´s; wenn er gebietet, so steht´s da.

1. Mose 1, 1, Psalm 33, 9


"Der luzide Traum der Menschheit - Physiker kommen den Geheimnissen des Lebens auf die Spur"

Unter dieser Überschrift erschien letztens in der Wochenendausgabe unserer Tageszeitung, auf der Seite "Christliche Welt", ein größerer Beitrag.

Wie darin zu lesen war, kamen Forscher, aufgrund ihrer quantenphysikalischen Forschungen, zu dem Schluss, dass der gesamte Kosmos von einer universellen, sich selbst regulierenden Schöpferkraft und damit einer unfassbaren Intelligenz gesteuert wird.

Wenn man sich mit den Abläufen in der Natur und den unglaublichen Feinabstimmungen befasst, wo das eine vom anderen im Voraus zu wissen scheint, dann ist diese Erkenntnis, insbesondere für einen gläubigen Christen, nicht neu.

Paulus schreibt dazu im Römerbrief, dass Gottes unsichtbares Wesen, seine ewige Kraft und Gottheit, seit Anbeginn der Schöpfung, aus seinen Werken erkennbar ist (Römer 1, 20).

Soll man sich darüber freuen, dass die Wissenschaft vom tumben Zufallsprinzip abkommt und zur Erkenntnis eines "Intelligenten Designers" gelangt?

Ich denke, dass hier kein Grund zur Freude besteht, denn wie weiter zu lesen ist, "kann man die oberste alles umfassende Intelligenz zwar Gott nennen - aber Gott findet man nirgends. Gottheit ist eine Idee, ein Plan und keine Personifizierung. Gott ist damit sein eigener Bauplan im kosmischen System". So der gelehrte Physiker.

Aber damit haben wir nichts anderes, als den altbekannten Götzenglauben, nur auf einer "höheren wissenschaftlichen" Ebene. Wieder wird die Schöpfung mit dem Schöpfer gleichgesetzt. An die Stelle der Götzenbilder sind quantenphilosophische Vorstellungen getreten.

Dabei wird wieder versucht, sich ein Bild von Gott zu machen. Man möchte ihn erforschen und in den Griff bekommen. Man möchte damit sein wie Gott. Die alte Ursünde. Ein Gott der sich erforschen ließe, wäre nicht mehr Gott. Gott ist als der Schöpfer, nicht Teil der Schöpfung, sondern hat alles, einschließlich der Quanten und der "alles steuernden Intelligenz", geschaffen.

Gott bleibt unerforschlich und unergründlich. Deshalb Vorsicht vor pseudoreligiösen Verführungen und esoterischen Praktiken, die sich aus den neuen physikalischen Erkenntnissen ergeben könnten.

Der Weg zu Gott führt nach wie vor nur über Jesus Christus. Es ist der lebendige Gott, der sich jedem einzelnen Menschen persönlich zuwendet und der sich in seinem Wort und in Jesus Christus offenbart. Dort müssen wir IHN suchen, nicht in den Quanten.

Und noch etwas: Wenn es um die Erforschung von Geist, Bewusstsein und Denken geht, wird immer ein Kardinalfehler begangen, der, bildlich gesprochen, in der prinzipiellen Unmöglichkeit, sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, besteht.

Mit anderen Worten: Das Denken kann sich nicht selbst denken. Denken der Gedanken gibt es nicht. Wir können uns nicht selbst beim Beobachten beobachten. Uns fehlt gewissermaßen die nächst höhere Ebene. Hier kommen wir an die Grenze, an der alle Forschung endet. Die Kategorien innerhalb derer wir denken können und über die wir nie hinauskönnen, sind festgelegt.

Über die müssten wir aber hinaus, wenn wir das eigentliche und wahre Wesen der Dinge, einschließlich dessen, was Leben und Bewusstsein ist, erkennen wollten.

Lasst uns deshalb dankbar für den Forschergeist bleiben, den Gott den Menschen geschenkt hat, aber im Übrigen demütig unter seinem Wort bleiben, das uns allein in alle Wahrheit leitet.




Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht,
die Weisheit deiner Wege,
die Liebe, die für alle wacht,
anbetend überlege,
so weiß ich, von Bewund’rung voll,
nicht, wie ich Dich erheben soll,
mein Gott, mein Herr und Vater!

Mein Auge sieht, wohin es blickt,
die Wunder deiner Werke:
Der Himmel, prächtig ausgeschmückt,
preist Dich, du Gott der Stärke!
Wer hat die Sonn an ihm erhöht?
Wer kleidet sie mit Majestät?
Wer ruft dem Heer der Sterne?

Wer misst dem Winde seinen Lauf?
Wer heißt die Himmel regnen?
Wer schließt den Schoß der Erde auf,
mit Vorrat uns zu segnen?
O Gott der Macht und Herrlichkeit,
Gott, deine Güte reicht so weit,
so weit die Wolken reichen!

Dich predigt Sonnenschein und Sturm,
Dich preist der Sand am Meere.
Bringt, ruft auch der geringste Wurm,
bringt meinem Schöpfer Ehre!
Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,
mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;
bringt unserm Schöpfer Ehre!

Der Mensch, ein Leib, den deine Hand
so wunderbar bereitet,
der Mensch, ein Geist, den sein Verstand
Dich zu erkennen leitet:
Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,
ist sich ein täglicher Beweis
von Deiner Güt und Größe.

Erheb ihn ewig, o mein Geist,
erhebe seinen Namen!
Gott, unser Vater, sei gepreist,
und alle Welt sag Amen!
Und alle Welt fürcht ihren Herrn,
und hoff auf ihn und dien ihm gern:
Wer wollte Gott nicht dienen?


(Lied ' Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht ', Christian Fürchtegott Gellert 1757 )




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