Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 18.01.2020
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Gerechtigkeit aus dem Glauben

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Gerechtigkeit aus dem Glauben



Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.

Römer 4, 5


In Sachen Gerechtigkeit habe ich mal folgenden Spruch kreiert:

"Recht und Gerechtigkeit stehen im gleichen Spannungsverhältnis zueinander, wie Politik und Moral. Beides muss nichts miteinander zu tun haben."

Hier habe ich mich an dem uns geläufigen Begriff von Recht und Gerechtigkeit orientiert, wonach alle Menschen gerecht behandelt werden müssen, was so viel heißt, dass vor dem Gesetz alle gleich sind.

Wobei auch das immer nur eine Forderung bleibt, weil eine absolute Gerechtigkeit nicht machbar ist. Und das nicht nur deshalb, weil vielleicht manche „gleicher“ sind, sondern weil sich Normen, selbst dann, wenn sie bürokratisch korrekt auf alle gleich angewendet werden, für jeden anders auswirken.

Erst im Reich Gottes werden wir einmal erfahren, was wirkliche Gerechtigkeit ist.

Im Wort Gottes steht sehr viel von gerecht und Gerechtigkeit geschrieben.

Ein Leserbriefschreiber meinte in einem Brief an eine christliche Zeitschrift, dass nicht nur alle Kinder automatisch in den Himmel kommen, weil Jesus sagt, "lasset die Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Reich Gottes", sondern auch die Ärmsten der Armen und diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden.

Ich werde mir nie ein Urteil darüber anmaßen, wer in den Himmel kommt und wer nicht, rate aber zur Vorsicht vor solcherart kurzschließenden Folgerungen.

Aus dem Gleichnis vom armen Lazarus und dem Umstand, dass sich Gott der Armen annimmt, sollte nicht geschlossen werden, dass Arme einen Bonus hinsichtlich eines bevorrechtigten Platzes im Himmel haben, gewissermaßen als Ausgleich für die auf Erden erlittenen Nachteile. Auch zu den Kindern kann ich nichts sagen.

Zwar werden die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten, von Jesus in der Bergpredigt selig gesprochen und ihnen das Himmelreich verheißen, aber es steht auch hier nichts davon geschrieben, dass dies an die Stelle des Glaubens an Jesus Christus und die Annahme seines Heilsangebotes tritt.

Denn bei der "Gerechtigkeit", von der in der Bergpredigt die Rede ist, denkt mancher an den "Kampf für gerechtere Verhältnisse" in der Welt und was in diese Richtung geht. Darum kann es aber schon deshalb nicht gehen, weil wir uns durch Werke nichts verdienen können, was der heutige Vers ebenfalls sagt.

Die Begriffe "gerecht" und "Gerechtigkeit" werden in der Bibel zwar auch in einem, dem Rechtsempfinden entsprechenden Sinne gebraucht; der heutige Vers zeigt aber, dass "gerecht" und "Gerechtigkeit" darüber hinausgehen, in dem sie unser Verhältnis zu Gott beschreiben.

Dabei geht es um den Begriff "Rechtfertigung". Vor Gott gerecht ist, wem die Sünden vergeben sind und der damit vor Gott gerechtfertigt ist. Gerechtigkeit bedeutet dann soviel, wie vor Gott sauber dazustehen. Und das geschieht ganz allein durch den Glauben, und deshalb führt allein der Glaube zu der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt (Römer 1, 17 u.v.a. Verse).

Und eine Frucht des Glaubens ist, dass sich der von Gott Gerechtgesprochene auch im menschlichen Miteinander als gerecht im Allgemeinsinn erweist.

Wer um dieser Art Gerechtigkeit willen verfolgt wird, dem spricht Jesus zurecht das Himmelreich zu.




Sonne der Gerechtigkeit,
gehe auf zu unsrer Zeit;
brich in deiner Kirche an,
dass die Welt es sehen kann.
Erbarm Dich, Herr!

Weck die tote Christenheit
aus dem Schlaf der Sicherheit,
dass sie deine Stimme hört,
sich zu deinem Worte kehrt.
Erbarm Dich, Herr!

Schaue die Zertrennung an,
der sonst niemand wehren kann;
sammle großer Menschenhirt,
alles was sich hat verirrt.
Erbarm Dich, Herr!

Tu der Völker Türen auf;
deines Himmelreiches Lauf
hemme keine List noch Macht.
Schaffe Licht in dunkler Nacht!
Erbarm Dich, Herr!

Gib den Boten Kraft und Mut,
Glauben, Hoffnung, Liebesglut,
und lass reiche Frucht aufgehn,
wo sie unter Tränen sä´n.
Erbarm Dich, Herr!

Lass uns deine Herrlichkeit
sehen auch in dieser Zeit
und mit unsrer kleinen Kraft
suchen, was den Frieden schafft.
Erbarm Dich, Herr!

Lass uns eins sein, Jesu Christ,
wie du mit dem Vater bist,
in dir bleiben allezeit,
heute wie in Ewigkeit.
Erbarm Dich, Herr!

Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit
sei dem Höchsten allezeit,
der, wie Er ist drei in ein,
uns in ihm lässt eines sein.
Erbarm Dich, Herr!


(Lied ' Sonne der Gerechtigkeit ', Christian David (1692 - 1751) )




  Copyright und Autor: Jörgen Bauer
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