Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 18.07.2019
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Gottesteilchen ?

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Gottesteilchen ?



So spricht der HERR: Wenn man den Himmel oben messen könnte und den Grund der Erde unten erforschen, dann würde ich auch verwerfen das ganze Geschlecht Israels für all das, was sie getan haben, spricht der HERR.

Jeremia 31, Vers 37


Dieser Tage ging eine "Freudenpost" um die Welt: Den Wissenschaftlern des Europäischen Kernforschungszentrum CERN (Genf) ist es, nach jahrzehntelangem Suchen, gelungen, das noch letzte fehlendes Teilchen zu finden, das für das theoretische Standardmodell des Kosmos noch fehlte.

Der Laie kann damit allerdings nicht viel anfangen. Die Physik hat die Bausteine der Materie in immer noch kleinere Teile zerlegt, wobei jeder Eigenschaft der Materie ein bestimmtes Teilchen zugeordnet werden kann.

Für den Normalverbraucher ist das alles völlig unanschaulich, und auch der Physiker weiß letztlich nicht, wie er sich so ein abstraktes Teilchen vorstellen soll, das nur an seinen Wirkungen erkennbar ist.

Für den Laien sind allenfalls die Größenvergleiche interessant:

Wenn ein Atom so groß wäre wie ein Apfel, dann wäre ein Apfel im Vergleich dazu so groß, wie die Erdkugel. Und wenn ein Atom so groß wäre, wie die Erdkugel, dann wäre ein Quark, im Vergleich dazu, so groß, wie ein Baum.

Erstaunlicherweise besteht die scheinbar so feste Materie zu 99,9% aus leerem Raum, dies weil die Teilchen so unvorstellbar klein und damit fein verteilt sind, wobei die Abstände zwischen den Elementarteilchen sehr groß sind.

Der Begriff "Gottesteilchen" ist natürlich sehr weit hergeholt und hat mit Gott allenfalls so viel zu tun, dass neuerlich klar wird wie rätselhaft und unerforschlich die Dinge sind.

Der heutige Vers ist, im Zusammenhang mit dem "Gottesteilchen", aus folgendem Grund interessant:

Gott hat dem Volk Israel seine ewige Treue versprochen. Seine unabänderliche Treue vergleicht Gott mit der Erforschbarkeit von Kosmos und Erde.

Gott sagt: Genauso, wie es unmöglich ist, dass der Mensch die Weiten des kosmischen Raumes messen und das Innere der Erde erforschen kann, genauso unmöglich ist es, dass Gott sein Volk Israel verwirft.

Das ist ein gewaltiger Vergleich, bei dem der ganze Kosmos in den Zeugenstand gerufen wird.

Gott sagt damit im Umkehrschluss, dass es Dinge gibt, die wir nie werden ergründen können. Und die Praxis zeigt, dass es so ist.

Ebenso wenig wie wir einen Tunnel zum Mittelpunkt der Erde graben können, ebenso wenig werden wir jemals den Sinn des Kosmos und das dahinterstehende Prinzip erfassen.

Hier wirken Dinge hinein, die für uns irrational sind, weil sie unser Begreifen und Verstehen unendlich weit übersteigen.

Alle Weltmodelle, welche die Menschen im Laufe der Zeiten noch entwickeln werden, werden, so wie schon bisher, niemals ein richtiges und zutreffendes Bild des Kosmos vermitteln können und damit früher oder später überholt sein, um danach einem neuen Weltbild Platz zu machen.

Man wird zwar immer wieder etwas Neues entdecken – aber es ist uns nicht möglich die Dinge zu einem endgültigen, schlüssigen und widerspruchsfreien Weltbild zu ordnen, weil alle unsere Begrifflichkeiten zum Verstehen des Kosmos nicht ausreichen.

Eher tritt das Gegenteil ein: Je mehr Daten gefunden und gesammelt werden, um so widersprüchlicher und damit unerforschlicher wird das Ganze. Es geht hier um Dimensionen, die sich unserem begrenzten Verstand völlig entziehen.

Das sollten wir uns vor Augen halten, wenn vollmundig Forschungsergebnisse publiziert werden, mit denen der Eindruck erweckt werden könnte, dass die Menschheit dem Rätsel der Schöpfung nunmehr wieder ein Stück näher auf den Grund gekommen ist und Gott damit wieder ein Stückweit „überflüssiger“ wurde.

Man hört manchmal die Aussage "das wissen wir noch nicht", die impliziert, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man alles weiß. Der Glaube, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man alles weiß, ist aber ein Irrglaube.

Der Kosmos, die Schöpfung, von der wir selbst ein Teil sind, ist und bleibt prinzipiell unerforschlich, was aber das Forschen nicht überflüssig macht. Denn dadurch erkennen wir, wie groß Gott ist und wie klein wir selbst sind.

IHM allein gebührt Ehre und Anbetung und nur an IHN allein können wir uns halten. Hier dürfen wir uns nicht beirren lassen.




Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort.
Wenn ich auf alle jene Wesen achte,
die du regierst und nährest fort und fort.
Dann jauchzt...

Refrain:
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu:
Wie groß bist du! Wie groß bist du!
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu:
Wie groß bist du! Wie groß bist du!

Blick´ ich empor zu jenen lichten Welten
und seh´ der Sterne unzählbare Schar,
wie Sonn´ und Mond im lichten Äther zelten,
gleich gold´nen Schiffen hehr und wunderbar.
Dann jauchzt...

Wenn mir der Herr in seinem Wort begegnet,
wenn ich die großen Gnadentaten seh´,
wie er das Volk des Eigentums gesegnet,
wie er´s geliebt, begnadigt je und je.
Dann jauchzt...

Und seh´ ich Jesus auf der Erde wandeln
in Knechtsgestalt, voll Lieb´ und voller Huld,
wenn ich im Geiste seh´ sein göttlich Handeln,
am Kreuz bezahlen vieler Sünder Schuld.
Dann jauchzt...

Wenn schwerer Bürden Last mich niederbeuget,
wenn meine Seel betrübt ist bis zum Tod
und er in Lieb und Huld sich zu mir neiget,
mich tröstet und errettet aus der Not,
Dann jauchzt...


(Lied ' Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte ', Carl Boberg (1859-1940), übersetzt Manfred von Glehn (1867-1924)) )




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