Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 19.06.2019
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Nicht aufhalten lassen

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Nicht aufhalten lassen



Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasst mich, dass ich zu meinem Herrn ziehe.

1. Mose 24, 56


Die heikle Mission, bei Abrahams Verwandtschaft eine Frau für dessen Sohn Isaak zu finden, war überraschend gut und schnell geglückt. Rebekka, eine Großnichte Abrahams, war bereit mit Abrahams Knecht zu ziehen, um die Frau Isaaks zu werden.

Beim Lesen der gesamte Geschichte wird spürbar, dass sich hier eine Reihe glücklicher Umstände passgenau und nahtlos aneinanderreihen. Der weltliche Mensch wird hier von einer „Glückssträhne“ sprechen und der gläubige Mensch Gottes Wirken erkennen.

Der Knecht erkennt, dass es Gott ist, der hier lenkt und leitet, weshalb es kein Zögern geben kann und die Mission unverzüglich zu Ende gebracht werden muss.

Auf den Wunsch der Familie, noch einige Tage zu bleiben, gibt der Knecht deshalb die Antwort, die dieser Andacht zugrunde liegt und die unter Christen zu einem geflügelten Wort geworden ist.

Martin Luther erkannte in diesem Satz ein biblisches rundmuster, an dem sich die Gläubigen aller Zeiten ausrichten können, was allerdings nicht bedeutet, dass immer alles reibungslos klappen muss. Die Bibel kennt sowohl das Eine wie auch das Andere.

Und sicher hat jeder von uns schon beides erlebt und erfahren. Je nach dem sind wir entweder hocherfreut oder enttäuscht und wir erkennen, dass der glückliche Ausgang einer Sache, ebenso wie das Misslingen, nicht allein in unserer Hand liegt.

Was wir von uns aus tun können ist, uns so gut wie möglich auf eine Sache vorzubereiten. So kann sich jemand sehr gut auf eine Prüfung vorbereiten, aber es bedarf auch eines Quentchen Glücks um zu bestehen.

Und ein anderer tut überhaupt nichts und zieht das große Los, was dann manchmal mit dem Ausspruch „das Glück ist ein Rindvieh und sucht Seinesgleichen“, kommentiert wird.

Der weltliche Mensch durchschaut das nicht, sondern vermutet hier allenfalls „Schicksalsmächte“, spricht von „Glück“ oder „Unglück“ oder vom „Zufall“. Als Christen wissen wir, dass Gott im Regiment sitzt, alles in seiner Hand hat und ER immer für eine Überraschung gut ist.

Wenn wir uns daran halten, darauf vertrauen und damit rechnen, haben wir nicht nur eine sehr gute Grundlage für unser Leben, sondern können auch dort Chancen erkennen, wo andere nichts sehen und dann im Vertrauen auf Gottes Führung zupackend sagen: Haltet mich nicht auf, denn Gott hat Gnade zu meiner Reise oder auch zu meinen Plänen gegeben.

Der zweite Satz des heutigen Verses weist prophetisch über die bloße Rückkehr des Knechts zu Abraham, nach seiner erfüllten irdischen Mission, hinaus. Wohl uns, wenn wir den gesamten heutigen Vers einmal aus vollem Herzen sagen können, wenn wir die letzte Reise aus dieser Welt in die Ewigkeit, zu Gott, antreten.




Wie Gott mich führt, so will ich gehn
ohn alles Eigenwählen;
geschieht, was er mir ausersehn,
wird mir´s an keinem fehlen.
Wie er mich führt, so geh ich mit
und folge willig Schritt für Schritt
in kindlichem Vertrauen.

Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt,
ich ruh in seinen Händen;
wie er es schickt und mit mir fügt,
wie er´s will kehren, wenden,
sei ihm hiermit ganz heimgestellt:
er mach es, wie es ihm gefällt,
zum Leben oder Sterben.

Wie Gott mich führt, so geb ich mich
in seinen Vaterwillen.
Scheint´s der Vernunft gleich wunderlich,
sein Rat wird doch erfüllen,
was er in Liebe hat bedacht,
eh er mich an das Licht gebracht;
ich bin ja nicht mein eigen.

Wie Gott mich führt, so will ich gehn,
es geh durch Dorn und Hecken.
Sein Antlitz lässet Gott nicht sehn;
zuletzt wird er aufdecken,
wie er nach seinem Vaterrat
mich treu und wohl geführet hat.
Dies sei mein Glaubensanker.


(Lied ' Wie Gott mich führt, so will ich gehn ', Lambert Gedicke 1711 )




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