Bibel und christlicher Glaube

gottesbotschaft.de - 02.06.2020
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Heimat

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Heimat



Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Hebräer 13,14


In der kommenden Woche ist es wieder soweit, dass ich meinen Geburtsort, Bad-Elster im Vogtland in Sachsen, besuche.

Als wir 1952 von dort wegzogen, war ich gerade in die Schule gekommen und es vergingen 50 Jahre, bis ich erstmals wieder dorthin kam, und es war mir dabei so, als wenn ich nach Hause gekommen wäre. Heimat, das ist kein leeres Wort, das ist tatsächlich ein Wert an sich!

Der Ort, mit seiner Kuratmosphäre, der bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg sehr gepflegt war, (Dank der russischen Besatzungsmacht, der es dort ebenfalls gefiel) hat mich für ein Leben geprägt und in mir einen bleibenden Sinn für das Schöne geweckt.

Hinzu kommt, dass meine Mutter mich das Beten und den Glauben an Gott lehrte und ich in den Kindergottesdienst ging. In den 50 Jahren meiner Abwesenheit hat sich im Ort, außer Renovierungen, nichts geändert. Ich fand alles an den Stellen wieder, die mir von damals bekannt waren.

Was ich hier als Beispiel bringe, steht für unsere irdische Heimat. Diese Heimat kann uns sehr viel bedeuten. Bei allem Glück und aller Erfüllung, die auch diese Welt zu bieten hat, lernen wir in dieser Heimat aber auch Not und Bedrängnisse aller Arten kennen. Wir erfahren, dass alles einen Haken hat, es ein ungetrübtes Glücklichsein nicht gibt und alles vergänglich ist.

Am Ende steht deshalb unausweichlich der Tod, der nur allzu gerne verdrängt wird, weshalb er, wenn er eintritt, zu „Entsetzen“, „Betroffenheit“, „Unfassbarkeit“ usw. führt. Und da niemand weiß, wann es ihn, unter Umständen sehr unvorhersehbar und plötzlich, ereilt, steht im Hintergrund unbewusst immer auch die Angst vor dem Tod. Wir leben im Schatten des Todes, wie die Schrift sagt!

Diese Heimat kann deshalb niemals das Wahre und Endgültige sein, sondern uns allenfalls eine Ahnung von dem vermitteln, was Heimat idealerweise sein sollte. Und das Erstaunliche ist, dass wir davon eine Ahnung haben. Die Frage ist, warum das so ist. Gott scheint uns hier ein „Wissen“ ins Herz gegeben zu haben.

Heimat in diesem Sinne, wäre ein Ort an dem alle unsere tiefsten und geheimsten, uns selbst nicht bewussten Wünsche und Sehnsüchte, dauerhaft und ungetrübt und immer wieder neu erfüllt würden, ohne dass wir diesen Ort jemals wieder verlassen müssten, ohne dass dieser Zustand jemals aufhören oder uns langweilen würde.

Einen solchen Ort gibt es in dieser Welt nicht. Deshalb können sich die „handfesten Realisten“ so etwas auch nicht vorstellen. Und tatsächlich wäre es auch reine Utopie, zu glauben, so etwas ließe sich verwirklichen. Alle Weltverbesserungsideologien müssen hier scheitern. Deshalb ist es besser, realistisch, nüchtern und sachlich zu bleiben.

Auch die Bibel ist sehr nüchtern, sachlich und realistisch. Trotzdem oder gerade deshalb spricht sie vom Himmel, als genau diesem Ort, als der ewigen und unserer eigentlichen Heimat, was Nähe Gottes, tätige Ruhe, unbeschreibliche Seligkeit und die unvorstellbare Fülle des Lebens bedeutet, was als das „Ewige Leben“ bezeichnet wird.

Unser ganzer Glaube, die ganze biblische Heilsgeschichte, das Sterben und Auferstehen Jesu, das ganze Evangelium, hat nur diesen einen Zweck, uns in den Himmel, zu bringen.

Gott lädt ein, nach Hause kommen. Davon spricht die Bibel. Aber auch davon, dass es ein ewiges „Draußen“, eine ewige Heimatlosigkeit gibt, die als Hölle bezeichnet wird.

Weil wir auf der Suche nach der zukünftigen Stadt, also auf der Wanderschaft sind, sollten wir auch nicht versuchen, in dieser Welt „für die Ewigkeit zu bauen“ und uns an die Dinge zu klammern, die diese Welt zu bieten hat.

Wir wollen Gott von Herzen bitten, dass er uns auf unserem Weg begleitet und in die ewige himmlische Stadt bringt und uns die Weisheit schenkt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, damit wir uns nicht dem Nichtigen, sondern dem, was ewigen Bestand hat, zuwenden.


Brich herein, süßer Schein
selger Ewigkeit.
Leucht in unser armes Leben,
unsern Füßen Kraft zu geben,
unsrer Seele Freud.

Hier ist Müh morgens früh
und des Abends spät,
Angst, davon die Augen sprechen,
Not, davon die Herzen brechen,
kalter Wind oft weht.

Jesus Christ, du nur bist
unsrer Hoffnung Licht,
stell uns vor und lass uns schauen
jene immergrünen Auen,
die dein Wort verspricht.

Ewigkeit, in die Zeit
leuchte hell hinein,
dass uns werde klein das Kleine,
und das Große groß erscheine,
selge Ewigkeit.


(Lied 'Brich herein, süßer Schein',
Autor: Marie Schmalenbach (1835 - 1924))




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