Jesus Christus kam als Bote zu uns

Die Bibel

Gottes Botschaft

an die Menschheit

Bibel (Alte u. Neue Testament): Ein Evangelium (Gospel) der Liebe

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 22.09.2017

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Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?

Psalm 42,2-3

Ich suche Dein Antlitz, mein Herz ist bereit,
Herr, wohne und wandle in mir allezeit!
Ich suche dein Antlitz, mich dürstet nach Dir,
mein Gott und mein König, o neig Dich zu mir!

Frage: Sehnen Sie sich auch danach Gottes Angesicht zu schauen?

Tipp: Angesichts endzeitlicher Zeichen steigt zunehmend bei Jesus wirklich liebenden Christen die Sehnsucht nach Jesu Kommen. Man hört auch weltweit von häufigeren Gebetsversammlungen bei hingegebenen Gotteskindern, was ein geistlich sehr gutes Zeichen ist. Machen auch Sie mit! Suchen Sie das Gebet und den Kontakt mit Jesus Christus zu intensivieren – ob im stillen Kämmerlein oder in Gemeinschaft mit anderen Gläubigen! Es wird Ihnen zum Segen sein!

Selbstprüfung

Inhalt

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Arbeitsblatt ohne Antwort
Arbeitsblatt OHNE Antworten
Arbeitsblatt mit Antwort für den Bibelkreisleiter
Arbeitsblatt MIT Antworten

 

6. Bin ich barmherzig (voller Erbarmen)? (Jakobus 3,17)


Fragen & Gesprächsimpulse


Was ist Barmherzigkeit?

>> Antwort: An sehr vielen Bibelstellen wird neben Gottes Gnade auch Gottes Barmherzigkeit erwähnt (z.B. 2. Mose 34,6; Psalm 103,4; Jesaja 63,7; Jeremia 16,5; Hosea 2,21; 1. Tim. 1,2). Der Zusammenhang zwischen Gnade und Barmherzigkeit wird z.B. in 1. Mose 19,19 deutlich: Lot fand zuerst einmal Gnade vor Gott, was auch dadurch erkennbar wird, dass ihm Gott seine Bevorzugung des sündigen Sodoms als Wohnort (1. Mose 13,11) nicht negativ anrechnete. Als zweiten Schritt hatte Gott zusätzlich Erbarmen mit Lot gehabt, so dass er ihn retten ließ. Diese Reihenfolge: erst Begnadigung von der trennenden Sünde, um dann auch noch als zweites Barmherzigkeit empfangen zu können, wird in Hebräer 4,16 deutlich gemacht: Erst muss man zum Thron der Gnade treten, damit man Barmherzigkeit empfangen kann.
Eine andere Bezeichnung für Barmherzigkeit ist Erbarmen. So riefen zwei Blinde hinter Jesus her, dass er doch Erbarmen mit ihnen haben möge (Matth. 9,27), womit sie unverdiente Hilfeleistungen meinten. Geht es bei Gnade um unverdienten Schuldenerlass, so geht es bei der Barmherzigkeit um unverdiente Hilfe. Deswegen wird das Erbarmen bzw. Barmherzigkeit vielfach bei Wohltaten an Armen (Sprüche 19,17) erwähnt, die keine Gegenleistung bieten können.
Was die Bibel aber unter Barmherzigkeit versteht geht noch weit darüber hinaus, anderen Menschen lediglich Wohltaten zu erweisen! So bedeutet Barmherzigkeit nach jüdischem Verständnis nicht nur Hilfe ohne jede Gegenleistung, sondern auch dann zu helfen, wenn man im Extremfall statt einem Dank sogar Böswilligkeiten zurück erhält! Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist auch Mission / Evangelisation ein Akt der Barmherzigkeit: Man weiß um die akute Gefahr für die Seelen der Mitmenschen und versucht sie zu retten (2. Kor. 5,20) – auch wenn sie einen dafür verspotten, ablehnen oder gar töten (Lukas 21,17; wie bei Jesus und vielen Gotteskindern geschehen). Somit wird deutlich, wie gerade Jesu Opfertod ein Akt tiefster Barmherzigkeit Gottes war (2. Kor. 1,3; 1. Petrus 1,13; 2. Joh. 3)!
Wir prüfen uns: Wie oft habe ich schon Mitmenschen Barmherzigkeit erzeigt? Wie sah dies aus?

Wie sieht Gottes Barmherzigkeit aus?

>> Antwort: Bis heute erleben viele Menschen Gottes große Barmherzigkeit. Letztlich können wir sündigen Menschen auch gar nicht ohne Gottes unfassbar große Barmherzigkeit existieren (Klagelieder 3,22). Dabei brauchen wir nur an die Gnadenzeit zu denken, die Gottes gerechtes Gericht über die Welt noch aufschiebt, aber auch die vielen unverdienten Gnadenerweise Gottes, die er uns trotz unserer Untreue gewährt! So finden wir in Nehemia 9,17-31 einen geschichtlichen Abriss vom Volk Israel, in dem immer wieder von Halsstarrigkeit und Sünden, aber auch Gottes Vergebung und großer Barmherzigkeit die Rede ist. Gerade Paulus war sich seiner Abhängigkeit von Gottes unverdienter Barmherzigkeit bewusst (Titus 3,5) und erwähnte daher öfters, dass ihm persönlich Barmherzigkeit widerfahren war (Römer 12,1; 1. Kor. 7,25; 2. Kor. 4,1; 1. Tim. 1,13+16).
Nicht ohne Grund wird daher auch Gottes ewig(!) währende Barmherzigkeit vielfach in der Anbetung gerühmt, besungen (2. Chr. 5,13 + 7,3+6 + 20,21; Esra 3,11) sowie allgemein erwähnt (Psalm 23,6 + 86,15 + 103,4+8 + 106,46 + 111,4 + 116,5; Jesaja 54,7; Jeremia 9,23 + 42,12; Hosea 2,12; Lukas 1,58 + 78; 1. Petrus 1,3; Maleachi 3,17 etc.). In Hosea 11,8 sagt Gott gar, dass seine Barmherzigkeit „entbrannt“ ist – ein Wort, was sonst nur bei größter Liebe erwähnt wird (1. Könige 3,26).
An vielen Beispielen zeigt uns die Bibel konkret Gottes Barmherzigkeit auf:
* So zeigt sich Gottes Barmherzigkeit in konkreten Führungen wie z.B. bei Abrahams Knecht, der für Isaak eine Frau suchen sollte. In seinem Gebet bittet er um Gelingen bzw. rechte Führung, und damit auch Barmherzigkeit Abraham gegenüber (1. Mose 24,12+14). Einige Verse weiter (Vers 27) wird das Gebet erhört, worauf der Knecht die Barmherzigkeit Gottes rühmt. Genauso wird auch in Ruth 2,20 Gottes hilfreiche Führung als Barmherzigkeit Gottes gewertet.
* Auch in Bezug auf Wohlstand ist von Gottes Barmherzigkeit die Rede. So rühmte Jakob Gottes Barmherzigkeit und Treue, deren er nicht wert ist, und meint damit den sehr großen Besitz den ihm Gott zukommen ließ (1. Mose 32,11).
* Gottes Hilfe wird auch als Barmherzigkeit angesehen. So rühmte Mose nach dem Durchzug durchs Schilfmeer, und damit der Errettung vor der Armee des Pharaos, Gottes Barmherzigkeit (2. Mose 15,13).
* Vor allem ist Gottes Barmherzigkeit und Gnade in Bezug auf die von Gott trennende Sünde erwähnt (5. Mose 4,31; Psalm 78,38; Daniel 9,9+18; Römer 11,30-31). So wird in 4. Mose 14,18 Gottes Barmherzigkeit in Bezug auf Sündenvergebung erwähnt, wenngleich nötige Strafen sein müssen. Wir prüfen uns: Lobe, preise und danke ich Gott gebührend für seine große und ewig währende Barmherzigkeit? Bin ich mir meiner Abhängigkeit von
Gottes Barmherzigkeit überhaupt wirklich im ganzen Ausmaß bewusst?

Gibt es Bedingungen für Gottes Barmherzigkeit?

>> Antwort: Trotz der sündigen Natur des Menschen (1. Mose 8,21) ist Gottes Liebe und Barmherzigkeit so groß, dass er auch bösen und ungerechten Menschen (noch) Sonnenschein und Regen zuteil werden lässt (Matth. 5,45). In Römer 2,4 wird der artverwandte Begriff der Güte Gottes angeführt „um den Sünder zur Buße zu leiten“. Gottes Barmherzigkeit für Ungläubige ist somit letztlich auch ein Ruf zur Umkehr – aber mit zeitlicher Begrenzung (Gnadenzeit)!
Besondere Barmherzigkeit erweist Gott aber den Menschen, die ihn lieben und seine Gebote halten (2. Mose 20,6; 5. Mose 5,10 + 7,9+12). Dieser Gehorsam betrifft z.B., nichts für sich zu nehmen, was dem Bann verfallenen ist (5. Mose 13,18) – was gerade dem ungehorsamen Achan zum Verhängnis wurde (Josua 7,25 + 22,20).
Des Weiteren erwähnt die Bibel Gottes Barmherzigkeit gegenüber denen, die ihre Sünden bekennen und lassen (Sprüche 28,13), sich zu Gott bekehren (5. Mose 30,2-3; 2. Chr. 30,9; Jesaja 55,7), vor Gott von ganzem Herzen wandeln (1. Könige 8,23; 2. Chr. 6,14) und fromm (Psalm 112,4) bzw. gottesfürchtig (Lukas 1,50) sind. Solche Menschen dürfen mit Zuversicht zu dem „Thron der Gnade“ treten, um Barmherzigkeit zu empfangen (Hebräer 4,16).
Wir prüfen uns: Liebe und fürchte ich Gott von ganzem Herzen – und darf dann auch mit Gottes großer Barmherzigkeit rechnen?

Hat Gottes Barmherzigkeit seine Grenzen?

>> Antwort: Dass Gott selbst bei der nötigen Strafen Barmherzig ist, sehen wir an David, der von Gottes Barmherzigkeit in Bezug auf maßvolle Strafe sprach (2. Sam. 24,14; 1. Chr. 21,13). Aber auch an anderen Bibelstellen ist Gottes Gnade und Barmherzigkeit trotz nötiger und gerechter Bestrafung ersichtlich (Joel 2,13; Jona 4,2; Micha 7,18-19; Sacharja 1,16; Jesaja 54,8; Jeremia 12,15 + 30,18 + 31,20 + 42,12; Hesekiel 39,25).
Dass aber Strafe sein muss und diese teilweise „unbarmherzig“ bei schweren Vergehen erfolgen muss, weiß die Bibel auch zu berichten! Dies wird schon daran deutlich, dass es einmal ein Endgericht (Off. 20,12-13) und eine ewige Verdammnis (Markus 16,16) ohne jedes Erbarmen geben wird! Wer sich wider besseren Wissens gegen Gott entscheidet und sein Herz verhärtet (2. Mose 8,11+28 + 9,34; Hiob 36,13), schließt sich selbst der Barmherzigkeit aus! Wer hingegen gottesfürchtig ist, wird diese auch empfangen (Sprüche 28,14)!
In 5. Mose 28,24-27 lesen wir einen Grund für Gottes erbarmungsloses Strafgericht, welches dem Volk Israel angedroht wurde: Wenn sie den BUND mit Gott brechen würden! In Jesaja 9,16 sagt Gott zudem, dass er die junge Mannschaft nicht verschonen noch sich ihrer erbarmen kann(!), weil sie gottlos und böse sind. Aus diesem Grund werden nicht nur Israel bzw. Gottes Volk (Jeremia 13,14 + 15,6 + 16,5 + 21,5-7; Klagelieder 2,2+17+21 + 3,43; Hosea 1,6+2,6) sondern genauso auch Heidenvölker „ohne Erbarmen“ gestraft (Jesaja 14,6)
Wichtig ist zu bedenken, dass Gott uns zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen hat (1. Mose 1,27)! Gehen Menschen willentlich und ganz bewusst weg von Gott und somit in die entgegen gesetzte Richtung, dann ist nicht nur der Lebenssinn absolut verfehlt, sondern dazu kommt die „Frechheit“ Gott, dem man doch alles incl. Leben zu verdanken hat, nicht den schuldigen(!) Dank zu bringen (Römer 1,21) sondern ihn sogar zu verachten (Jeremia 5,11)! Außerdem ist Gott absolut gerecht, so dass er Strafen muss (Psalm 7,12 + 50,6). Deshalb wurde selbst Mose und David, die doch beide Gottes besonderes Wohlgefallen hatten, bestraft (5. Mose 32,52; 2. Samuel 12,9-10)! Wie ein guter Vater aber seine Kinder „barmherzig“ züchtigt, so züchtigt Gott auch seine Kinder mit Barmherzigkeit (Hebräer 12,6-8). Umso weiter man sich aber von Gott entfernt, umso weniger wird man Barmherzigkeit erlangen, was schon aus Gerechtigkeitsgründen so sein muss. Darum konnte Abraham auch Gott vorhalten und geradezu auffordern, gerecht sein zu müssen und den Gerechten nicht mit dem Gottlosen umzubringen, sondern einen Unterschied zu machen (1. Mose 18,23+25)!
Wir prüfen uns: Bin ich Gott treu und darf fest mit Gottes Barmherzigkeit rechnen?

In wieweit sind wir von Gottes Barmherzigkeit abhängig und was ist die Folge davon?

>> Antwort: Jeder Mensch ist vor Gott ein schuldiger Sünder und auch die „besten“ Bestrebungen und Taten können nichts daran ändern, dass man den Tod verdient hat – und man entsprechend von Gottes Erbarmen abhängig ist (Römer 9,16)! Deshalb finden sich auch viele reumütige Gebete um Barmherzigkeit und Gnade wegen begangener Sünden in der Bibel (Psalm 25,6-7 + 40,12-13 + 51,3). Nur indem man die Sünde bereut, bekennt und lässt bzw. fortan ein neu ausgerichtetes Leben führt (was bei einer wahren Bekehrung geschieht; 2. Kor. 5,17), wird man Barmherzigkeit erlangen (Sprüche 28,13).
Weil Gott als gerechter Richter strafen muss, gleichfalls sich aber auch um eine Gnadenfrist erbitten lässt, sind Gotteskinder zur Fürbitte aufgerufen. So finden wir ein Gebet des Mose, in dem er Gott bittet dem abtrünnigen Volk zu vergeben und beruft sich dabei auf Gottes Barmherzigkeit (4. Mose 14,19). Tatsächlich lässt sich auch Gott dann erbitten und vergibt (Vers 20), die gerechte Strafe jedoch, nicht in das verheißene Land zu kommen, muss trotzdem verhängt werden, zumal die betreffenden Personen Gottes Wunder und Herrlichkeit gesehen hatten, was die Tat noch schlimmer macht (Verse 21-23).
Solche und ähnliche Bittgebete finden sich mehrfach in der Bibel (Jesaja 63,15; Habakuk 3,2; 1. König 8,50; Psalm 77,10 + 102,14), die mitunter sogar von Engeln vorgebracht werden (Sacharja 1,12).
Des Weiteren sind wir aber auch ganz allgemein von Gottes (unverdienter) Hilfe und somit Barmherzigkeit abhängig, da Gott allein allmächtig ist und uns alles was wir brauchen zukommen lässt. Daher finden wir auch viele Segenswünsche in der Bibel. So wünscht Noomi ihren Schwiegertöchtern Gottes Barmherzigkeit (Ruth 1,8), genauso wie David den Männern die Saul begraben haben (2. Samuel 2,6) und dem ihm treu ergebenen Ausländer Ittai (2. Samuel 15,20) Barmherzigkeit wünschte. Auch viele weite Segenswünsche um Gottes Barmherzigkeit (Galater 6,16; 1. Tim. 1,2; 2. Tim. 1,2+16+18; 2. Joh. 3; Judas 2) sowie Bittgebete um Barmherzigkeit für einen selbst (Nehemia 13,22; Psalm 69,17; Psalm 119,77) finden sich in der Bibel.
Wir prüfen uns: Wie sieht mein Gebetsleben aus: Bitte ich Gott für unerrettete Seelen, ihnen in seiner Barmherzigkeit zu begegnen und die Augen für ihrer Verlorenheit zu öffnen? Wie oft bitte ich Gott aber auch für andere Christen, dass Gott ihnen Barmherzig ist und sie trotz mancherlei Versagens doch segnet?

Sollen wir immer barmherzig gegenüber Mitmenschen sein?

>> Antwort: Barmherzigkeit gegenüber Mitmenschen ist in der Regel ein absolutes „muss“, wie es viele Bibelstellen zeigen (u. A. Hosea 12,7; Sacharja 7,9; Matth. 12,7 + 23,23; Lukas 6,36 + 10,37; Hebr. 2,17, Jakobus 2,13; 1. Petrus 3,8; Kolosser 3,12). Nach Hiob 6,14 gibt man sogar die Gottesfurcht auf, wenn man seinem Nächsten die Barmherzigkeit verweigert. Psalm 37,21+26 stellt zudem fest, dass ein wahrer Gerechter auch immer barmherzig ist.
Vor allem, wenn es um schwache Menschen in der Gesellschaft geht, erwartet Gott Barmherzigkeit von uns. In Klagelieder 4,16 wird daher Gottes Zorn erwähnt, weil man u. A. keine Barmherzigkeit an den Alten übt.
Gottes Wille ist es, mit ihm und Mitmenschen in Liebe und Frieden zu leben (Lukas 10,27). Daher ist das gegenseitige Vergeben ein absolutes „muss“. Jesus forderte daher auch in einem Gleichnis dazu auf, Mitmenschen gegenüber genauso barmherzig zu sein wie Gott uns barmherzig ist und Schulden erlässt (Matth. 18,27+33).
Das selbst bei Strafen Barmherzigkeit gefordert wird zeigt sich darin, dass Gott zwar zuweilen auch Menschen für ein Strafgericht benutzt, wird dies aber zu unbarmherzig durchgeführt, lässt Gott wiederum über diese sein Gericht ergehen (Jesaja 47,6+9)! Dass Barmherzigkeit aber auch verboten sein kann, zeigt sich z.B. bei Ahab: Weil ein Bann Gottes auf dem Feind lag, durfte er diesem keine Barmherzigkeit erweisen (1. Könige 20,31+34+42)!
Vor allem findet die Barmherzigkeit ihre Grenzen, wenn es um das Seelenheil geht: Weil das Seelenheil so enorm wichtig ist, ist bei allem was einen gegen Gott aufbringt und zum Abfall verführt die Grenze der Barmherzigkeit erreicht! Dies wird auch schon daran deutlich, dass wir selbst unsere Glieder die uns zum Abfall von Gott verführen lieber abhauen sollten als mit diesen in die ewige Hölle geworfen zu werden (Matth. 5,30)! Entsprechend war auch Jesu Weheruf gegen all die, die zum Abfall verführen (Matth. 18,7). Auch Galater 1,8-9 spricht davon, dass Irrlehrer verflucht sein sollen. Auch sollte das Volk Israel – welches ja ein Priestervolk und Licht für die ganze Welt sein sollte (2. Mose 19,6) - die falschen Propheten sogar „ohne erbarmen“ töten (5. Mose 13,9). Nach Hebräer 10,28 sollte dies sogar bei all denjenigen geschehen, die die Gesetze des Mose brachen!
Wir prüfen uns: Bin ich mir der Folgen falscher Barmherzigkeit und Förderung von Gottlosigkeit bewusst? Habe ich ein Ohr zu hören, was Gott konkret in bestimmten Situationen in Bezug auf Barmherzigkeit von mir fordert?

Wie sieht mitmenschliche Barmherzigkeit aus?

>> Antwort: Barmherzigkeit ist im Kern eine uneigennützige Hilfeleistung, bei der man keinerlei Gegenleistung erwartet. Das der Begriff „Barmherzigkeit“ teilweise in abweichenden Situationen verwendet wird, liegt zumeist an der Übersetzung. So wird z.B. nach der Luther-Übersetzung einem Mann aus Bethel vor der Eroberung durch das Haus Josefs „Barmherzigkeit“ zugesagt, wenn er ihnen wichtige Hinweise zur Eroberung dieser Stadt liefern würde (Richter 1,24). In diesem Fall war die „Barmherzigkeit“ nicht uneigennützig sondern eine Gegenleistung für letztlich erpresste Hilfsdienste. Entsprechend wird das Wort auch (zumeist) in anderen Übersetzungen mit „Gnade erweisen“ oder „verschonen“ übersetzt.
Ein weiteres Beispiel ist 1. Mose 40,14: Hier bat Josef den Mundschenk des Pharaos, ihm Barmherzigkeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zu erweisen und über den Pharao auch seine Entlassung zu erwirken. Weder hatte Josef einen direkten Anspruch auf die Hilfe des Mundschenks (bestenfalls freiwillige Hilfe als Dankeserweis wegen seiner Traumdeutung; Verse 12-13) noch konnte dieser irgendeine Gegenleistung von dem Sklaven Josef erwarten, weswegen zu Recht von Barmherzigkeit die Rede war.
Gleichfalls wird Barmherzigkeit erbeten auf Grundlage der bereits umgekehrt gewährten Barmherzigkeit. Diese Bitte wurde z.B. von Abimelech an Abraham heran getragen, weil er umgekehrt auch dem Fremdling Abraham Barmherzigkeit erwiesen hatte (1. Mose 21,23). Genauso erbat die Hure Rahab Barmherzigkeit bei der bevorstehenden Eroberung Jerichos von den Isareliten aufgrund der Rettung der Kundschafter (Josua 2,4-14).
Barmherzigkeit taten auch die Keniter an Israel beim Auszug aus Ägypten (1. Samuel 15,6). David bat Jonatan um Barmherzigkeit aufgrund eines getätigten Bundesschlusses, welches dieser wiederum auch umgekehrt für sich und seine Nachkommen von David erbat (1. Samuel 20,8+14) – und was David dann auch später tatsächlich fleißig umsetzte (2. Samuel 9,1+3+7).
In 2. Samuel 2,5 lobt David die Barmherzigkeit der Männer von Jabesch in Gilead gegenüber Saul, weil sie diesen beerdigt hatten – was nicht ganz uneigennützig war, da es nun um die neuen Machtverhältnisse ging (Davids Wunsch wurde allerdings zunächst nicht erfüllt).
In 1. Könige 2,7 weist David seinen Nachfolger Salomo an, den Söhnen Barsillais Barmherzigkeit aufgrund erwiesener Wohltaten zu erweisen. Nach Römer 12,8 muss Barmherzigkeit immer gerne getan werden und somit von Herzen kommen!
Wir prüfen uns: Welche konkreten Barmherzigkeiten habe ich Mitmenschen in der letzten Zeit erwiesen?

Wie sieht ein Mangel an mitmenschlicher Barmherzigkeit aus?

>> Antwort: Auch in der „Welt“ sieht man, dass gerade oft Mensch anderen Menschen das Leben schwer machen. Sieht man Gottes gute Schöpfungsordnung an und würde sich jeder Mensch an Gottes Gebote halten, hätte man hier geradezu „den Himmel auf Erden“ und es würde der ganzen Schöpfung gut gehen. Deshalb heißt es auch in Sprüche 12,10, dass der Gerechte sich sogar des Viehs erbarmt, aber das Herz der Gottlosen unbarmherzig ist.
Schon das Volk Israel musste, als es noch in Ägypten war, Unbarmherzigkeit erleiden. So wird in 2. Mose 1,13-14 davon berichtet, dass die Ägypter den Israeliten das Leben erbarmungslos mit schwerer Arbeit „sauer machten“.
In Psalm 109,16 beklagt sich David über die Unbarmherzigkeit seiner Feinde, die den Elenden, Armen und Betrübten verfolgen und töten. Ein weiteres Beispiel an Unbarmherzigkeit ist, dass der König Joasch nicht an die Barmherzigkeit gedachte, die Jojada an ihm getan hatte, sondern dessen Sohn tötete (2. Chr. 24,22). Im Gegensatz dazu wird gerade bei den gottesfürchtigen Königen Hiskia und Josia von barmherzigen Taten gesprochen (2. Chr. 32,32 + 35,26).
Eine besonders schaurige Form der Unbarmherzigkeit finden wir in Klagelieder 4,10, wo die „barmherzigsten Frauen“ ihre eigenen Kinder wegen Nahrungsmittelmangel selbst kochten!
In 1. Mose 43,14 finden wir eine Bitte an Gott, einem Herrscher Barmherzigkeit für seine Söhne ins Herz zu legen – was auf besonders wundersame Weise dann auch in Erfüllung ging (1. Mose 45).
Menschliche Unbarmherzigkeit kommt zumeist aus einem bösen Herzen, weswegen Gott auch unbarmherzigen Menschen ein ebenfalls unbarmherziges Gericht androht (Jakobus 2,13; Habakuk 1,17+2,5) bzw. sie bestraft (Amos 1,11).
Gleichfalls kann es aber auch ein Gericht Gottes sein, bei dem Gott die Herzen zur Unbarmherzigkeit erweckt (Jesaja 13,17-18; Jeremia 6,21-23; Hesekiel 23,25)!
Gerade wenn man sich mit fremden, verheirateten Frauen einlässt, kann man aber auch unmittelbar selbst daran Schuld sein, wenn man es mit einem unbarmherzigen Ehemann zu tun bekommt (Sprüche 5,9).
Wir prüfen uns: Erkennen Mitmenschen oder ich selbst einen Mangel an Barmherzigkeit bei mir?

Welcher Segen ruht auf Barmherzigkeit?

>> Antwort: An mehreren Stellen der Bibel finden wir „Weherufe“ (z.B. Jesaja 5,8+11+18+20-22; Micha 2,1; Lukas 11,52) aufgrund von Sünden. Umgekehrt finden wir aber „Wohl dem“-Aussagen über barmherzige Menschen die z.B. gerne leihen (Psalm 112,5). Auch heißt es, dass ein barmherziger Mann sich selbst nützt, hingegen herzlose Menschen sich ins eigene Fleisch schneiden (Sprüche 11,17). Vor allem spricht aber Jesus gar von „Seligkeit“ von barmherzigen Menschen, weil sie selbst Barmherzigkeit erlangen werden (Matth. 5,7).
Wir prüfen uns: Erlebe ich einen Segen aufgrund meiner Barmherzigkeit?


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